Marillenknödel mit Butterbrösel

Marillennödel – dazu fällt mir eine ganz besondere Geschichte ein: erzählt wurde sie mir von meinem Großvater und heißt: die Entdeckung der Marillenknödel.

Man muss dazu sagen: der geographische Horizont meiner Großeltern hat bei weitem nicht den Umfang, den ich heutzutage genießen darf. Daher waren auch Marillen für meinen damals noch sehr jungen Großvater eine äußerst exotische Frucht. Er ist ganz in der Nähe auf einem Bauernhof aufgewachsen und entschied sich im nahen Käsehof Käsemeister zu werden. Von dem Tag an hatte er seine Leidenschaft gefunden: Emmentaler. Seine einzige Abwechslung waren die Fortbildungen im ‚weit‘ entfernten Nußdorf (Distanz: stolze 40 km – zurückgelegt mit dem Motorrad).

Die Arbeit eines Käsemeisters hat sich über die Jahre stark verändert. Früher gab es noch keine Milchwagen, der Käsehof bekam die Milchlieferungen einzeln von jedem Bauern. Für ganz besonders nette Bäurinnen äh Bauern gab’s sogar einen Abholservice – welches natürlich allein für die Qualitätskontrolle wichtig war.

Wie mir mein Großvater erzählte, war er als charmanter junger Bursch in Nußdorf besonders beliebt. Bei einem Plausch mit der ansässigen Försterin kam das Thema Marillenknödel ins Gespräch. Obwohl mein Großvater keine Ahnung hatte, worum es sich dabei eigentlich handle (denn ihm waren bisher nur Zwetschgenknödel ein Begriff) behauptete er: „Mei des is ja mei Lieblingsspeis!“

Mit der nächsten Milchlieferung kam dann nicht nur die Milch, nein sondern auch ein kleines Pfandl mit knusprig goldenen Knödeln – gefüllt mit Marillen – der unbekannten Frucht.

Seitdem sind Marillenknödel wirklich seine Lieblingsspeise und am allerliebsten hat er die Marillenknödel der Nußdorfer Försterin. Dieses Rezept habe ich leider nicht für euch auftreiben können, aber dafür habe ich ‚unser‘ Familienrezept recherchiert:

IMG_6433

IMG_6454

IMG_6460

IMG_6475

IMG_6485

IMG_6487

IMG_6522

Marillenknödel mit Butterbrösel
Rezept für 18 Knödel

dazu braucht man:

für den Teig:
400 g Topfen (10%)
150 g glattes Mehl
60 g Butter (zimmerwarm)
1 Ei
1 Dotter
1 Prise Salz
Schale von 1/2 Zitrone

für die Knödel:
18 Marillen
18 Stück Würfelzucker

für die Brösel:
150 g Butter
130 g Semmelbrösel
2 EL Staubzucker

und noch: Staubzucker zum Bestreuen

so wird’s gemacht:

1. Für den Teig mischt ihr zuerst die zimmerwarme Butter mit einer Prise Salz und der Schale einer halben Zitrone. Im Anschluss mengt ihr das Ei und den Dotter unter. Nun mengt ihr das Mehl sowie den Topfen bei und knetet die Masse zu einem glatten Teig, den ihr 3-4 Stunden im Kühlschrank rasten lässt.

2. Nun geht’s an die Marillen: dafür die Marillen waschen, die Kerne mit einem Kochlöffel hinausdrücken – sodass ihr den Kern durch ein Stück Würfelzucker ersetzten könnt.

3. Formt aus dem Teig nun eine zirka 5 Zentimeter dicke Rolle – so lässt sich dieser einfacher in 18 Stücke portionieren. Am einfachsten schneidet ihr die Rolle in Scheiben, die ihr dann in der Hand flach drückt und die Marillen damit einhüllt.

4. Die Knödel gart ihr nun nach Größe zwischen 12 und 15 Minuten in leicht gesalzenem Wasser.

5. Für die Butterbrösel schmelzt ihr die Butter in einer Pfanne, rührt die Semmelbrösel darin ein, lässt diese goldbraun werden und gebt 2 EL Staubzucker hinzu. Hebt nun die fertig gegarten Knödel aus dem Salzwasser, lässt sie kurz abtropfen und wälzt sie in den Butterbröseln.

Zum Schluss bestreut ihr die Knödel noch mit etwas Staubzucker.

Tipp: Ihr könnt die Knödel auch (vor dem Kochen natürlich) einfrieren. Dann könnt ihr das ganze Jahr über in den Genuss dieser süßen Köstlichkeit kommen. Ihr müsst diese dann nur etwas länger im Salzwasser ziehen lassen.

(c) verrueckteweibchen
Rezept aus ‚Die gute Küche‘ von Ewald Plachutta
Text & Fotos: Elisabeth

Hinterlasse eine Antwort

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s