Moules Frites

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Für mein zweites Rezept in unserer großen Frankreich-Woche wollte mir ganz lange einfach gar nix einfallen. Mir kam vor, ich hatte zuvor schon so viele meiner Lieblinge vorgestellt! Da hab ich einfach mal meine Familie gefragt, ob die besondere Wünsche haben, und einstimmig kam zurück: Moules Frites! Das sind Miesmuscheln mit Pommes, und die sind ganz besonders typisch für die Regionen in Frankreich, die an der Küste liegen. Ich hab mich schon durch so einige Moules Frites durchprobiert in Frankreich, sei es im Norden in Le Havre oder im Süden in Marseille, und überall sind die einfach nur supergeil. Dass die so einfach nachzukochen sind, war für mich eine große Überraschung, aber meine Mama kennt sich da aus und hat mir bestätigt: Moules Frites gehen schnell und leicht. Das kann jeder. Und dann darf man sich dafür trotzdem so richtig fancy am Dinner-Tisch fühlen, weil so Muscheln .. das isst man ja nicht alle Tage. Also ich halt nicht.

Wenn man die Muscheln frisch kauft, ist darauf zu achten, dass sie auch wirklich aus der Nähe kommen und möglichst fangfisch sind. Es gibt auch die Regel, in den Monaten OHNE „R“ (also alles von Mai bis August) sollte man auf Muscheln verzichten, Vergiftungsgefahr. Deshalb ist es in Frankreich auch sehr üblich, dass Muschel-Restaurants eben nur in der Muschel-Saison offen haben. Bei uns in Österreich gibt es nur halt leider kein Meer, dafür aber Miesmuscheln aus dem Tiefkühlregal, und bei denen muss man nicht ganz so aufpassen, also, was jetzt Vergiftungen und Ähnliches betrifft. Die Nachhaltigkeits-Frage ist natürlich eine andere – also auch beim Tiefkühl-Produkt auf Herkunftsort und -betrieb achten!

Man isst die Muscheln in Frankreich mit ganz vielen verschiedenen Saucen, die von Region zu Region unterschiedlich sein können. Die Basic-Variante ist die Lieblings-Variante meiner Mama, und da sie die Muscheln dann auch essen musste, gibt es also heute das ganz einfache Rezept für Moules Marinières, also: Muscheln in Kräuter-Weißwein-Sauce. Dazu kommen, ganz wie es in Frankreich üblich ist, handgemachte Pommes. Die kann man dann auch ab und zu (und ganz besonders am Schluss!) in die Sauce tunken. Ganz oft wird zu diesem Gericht in Frankreich auch noch Weißbrot, und damit meine ich in Wirklichkeit Baguette, gereicht. Das wird dann hauptsächlich zum Sauce leer essen verwendet, nachdem man mit den Muscheln schon fertig ist. Manche trinken die Sauce auch einfach aus – aber Achtung, bei einer Weißweinsauce sollte man immer daran denken, ob man nachher noch mit dem Auto fahren muss!

Bleibt also nur mehr eine ganz wichtige Frage zu klären: Wie isst man das jetzt eigentlich?
Auf jeden Fall mit den Händen. Deswegen gibt es in Restaurants auch immer ein Zitronen-Tuch dazu, zum Putzen nach dem Essen. Um die Muscheln so richtig professionell zu essen, nimmt man einfach eine leere Schale (oder, wenn keine im Teller ist, isst man die erste Muschel mit der Gabel heraus und verwendet dann diese Schale). Die Schale wird dann zur Zange: man nimmt sie in eine Hand und holt sich mit der anderen Hand nach und nach die anderen Muscheln (mit Schale). Mit der Muschel-Zange zupft man dann vorsichtig die Muscheltiere aus ihren schwarzen Hüllen, taucht sie noch einmal gut in die Sauce ein und isst sie direkt aus der Muschel-Zange. Die leere Schale der anderen Muscheln legt man in die dafür bereit gestellte Schüssel.

Zutaten (für 2 Personen): 

  • 1.5 kg Miesmuscheln (gibt es auch tiefgefroren, einfach im Kühlregal nachschauen!)
  • 1/2 kg Kartoffeln, festkochend
  • 1 weiße Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll frische Petersilie
  • 1 Handvoll frischer Thymian
  • 0.75 Liter Weißwein
  • Salz, Pfeffer
  • Eine frische Zitrone und ein paar Thymain-Zweige zum Garnieren

Zubereitungszeit: für die Muscheln bloß 15 Minuten, die Pommes brauchen ca. 30 Minuten. Aufwand: mittel. Schwierigkeit: Nüsse. 

1. Zuerst werden die Frites, also die Pommes, vorbereitet. Dafür die Kartoffeln schälen, in Streifen schneiden, und mit Öl, Salz und ein paar Thymian-Zweigen marinieren. Danach entweder für 30 Minuten lang am Grill braten lassen, oder in den Ofen schieben. Am Ende sollten sie so richtig lecker goldbraun glänzen!

2. Für die Muscheln zuerst die Zwiebel, den Knoblauch, die Petersilie und den Thymian klein hacken. Dann zuerst den Zwiebel mit dem Knoblauch in einem tiefen Topf anbraten, die Kräuter sowie Salz und Pfeffer hinzufügen. Kurz anschwitzen. Die gewaschenen Muscheln in den Topf beigeben, kurz anbraten. Mit dem Weißwein ablöschen und auf hoher Flamme ca. 10 Minuten lang köcheln lassen, oder einfach so lange, bis die Muscheln sich weit geöffnet haben. Das ist dann das Zeichen: sie sind fertig! Wer übrigens nicht den ganzen Wein verwenden möchte, kann den Rest dann noch zum Essen servieren – Weißwein verträgt sich ausgezeichnet mit Moules Frites.

3. Die Muscheln zusammen mit den Frites (in einer seperaten Schüssel) servieren. Eine leere Schüssel für die Schalen bereit stellen, prosten, und – essen. Bon app!

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©verrückteweibchen
Fotos & Text: Vanessa 

2 Gedanken zu “Moules Frites

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