Quiche Lorraine

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Bonjour à tous.

Französische Küche kann so einfach sein. Oftmals traut man sich kaum an die Cuisine francaise heran, obwohl es so lecker schmeckt. Wir wollen euch daher in dieser Woche zeigen, wie simpel französische Küche sein kann. Mein heutiges Rezept kommt mit nur wenigen Zutaten aus. Und ich glaube, dass es genau das ist, worauf es in der französischen Küche ankommt: tolle Gerichte, viel Geschmack, ein wenig Schischi und ganz großes Tamtam.

Daher braucht man umso mehr Zeit das Essen zu genießen. Denn eines ist sicher: die Franzosen sind (wenn schon nicht im Fußball) Weltmeister im Genießen. Jedes Mal wieder denke ich mir das bei einem Besuch in Frankreich. Habt ihr zum Beispiel gewusst, dass die Hauptsendezeit in Frankreich erst gegen 21 Uhr startet? Davor hat nämlich niemand Zeit um fern zu sehen – da konzentrieren sich alle aufs Abendessen und gemütliche Zusammensitzen.

Ich habe einmal vor langer Zeit ein Praktikum in Paris gemacht, bei einer Gasfamilie gewohnt und dabei die französische Lebensweise etwas näher kennen lernen dürfen: Während Frühstück und Mittagessen meist nur eine kleine Mahlzeit im Stehen war, wurde das Abendessen täglich zelebriert. Auch wenn es nur ein ganz einfaches Gericht gab, setzte man sich, trank ein Gläschen Wein und nahm sich Zeit mit der Familie das Essen zu genießen. Und dann kam das allerbeste: zum Schluss gab es immer eine kleine Käseauswahl. Auch sehr interessant: bei uns gab es immer mehrere ‚Gänge‘. Wenn es auch nur ein kleiner Salat als ‚entrée‘ und ein Stück Schokolade als ‚dessert‘ war.

Quiche Lorraine ist einer der Klassiker in der französischen Küche. Die ‚originale‘ Füllung kommt mit nur drei Zutaten aus: Speck, Eier und Obers. Daher ist besonders hier auf die Produktqualität zu achten. Normalerweise esse ich immer gerne die vegetarischen Quiche-Varianten, aber dieses Mal wollte ich back-to-the roots den Klassiker ausprobieren. Und was soll man sagen, die Franzosen haben halt Geschmack.

Übrigens könnt ihr hier, hier und hier noch andere kreative Quicherezepte der verrückten Weibchen finden.

Quiche lorraine
Rezept für eine Quiche
Zubereitungszeit: 30 Minuten + 45 Minuten Backzeit

das braucht man dafür:

für den Teigboden:
90 g Butter
180 g Mehl
2 Eigelb
2-4 TL Wasser
1 TL Zucker
eine Prise Salz

für die Füllung:
300 ml Schlagobers
150 g Speck
4 Eier
2 Eigelb
und noch: Salz und Pfeffer

so wird’s gemacht:

1. Zu Beginn widmet ihr euch eurem Teig: dafür vermischt ihr die zimmerwarme Butter mit dem Zucker, etwas Salz und rührt bis die Butter schön cremig ist. Dann gebt ihr die Eidotter, das Mehl und löffelweise eiskaltes Wasser hinzu bis sich ein einheitlicher Teig bildet. Diesen lässt ihr am Besten über Nacht (aber einige Stunden reichen auch) in Frischhaltefolie gewickelt im Kühlschrank ruhen.

2. Nehmt den Teig ungefähr eine halbe Stunde vor Gebrauch aus dem Kühlschrank.

Am einfachsten ist es, wenn ihr den Teig zwischen zwei Blättern Backpapier ausrollt, dann klebt er nicht an der Küchenoberfläche. Rollt den Teig so groß aus, dass er locker eure Quicheform ausfüllt. Dann gebt ihr ihn in eine ausgefettete Form und drückt ihn leicht an. Bis ihr die Füllung fertig habt, gebt ihr die vorbereitete Form in den Kühlschrank.

Was ich noch anmerken wollte, wer keine Quicheform hat, kann auch eine Springform oder eine Auflaufform verwenden.

3. Nun geht’s an die Füllung. Ich habe mir dafür den Speck in dicke Scheiben schneiden lassen. Ich habe mich übrigens für einen Frühstücksspeck entschieden, aber fragt am Besten bei eurem Metzger nach, der weiß meistens Bestens Bescheid.

Den Speck habe ich noch in Streifen geschnitten, in einer Pfanne etwas angebraten und im Anschluss auf einem Küchenpapier zum Abtropfen gelegt. So vermeidet man es, dass zu viel überschüssiges Fett in der Quiche landet. Während der Speck etwas abkühlt, vermischt ihr das Schlagobers mit den Eiern und den Dottern und würzt mit reichlich Pfeffer und etwas Salz (Vorsicht: der Speck gibt der Füllung noch eine kräftige salzige Würze).

4. Nun müsst ihr euren Boden noch ‚blind‘ vorbacken. Das heißt, dass ihr in den Teig mit einer Gabel lauter kleine Löcher macht und den Teig ohne Füllung für ca. 10-15 Minuten bei 180 Grad Ober- und Unterhitze vorbäckt – so wird der Boden schön knusprig. Im Anschluss könnt ihr die vorbereitete Füllung in die Quiche geben und nun für 30-45 Minuten fertig backen.

Am besten serviert ihr die Quiche frisch aus dem Ofen mit einem kleinen Salat. Bei mir gab es dazu einen leckeren Frühlingssalat. Das Rezept dafür findet ihr hier. Aber natürlich könnt ihr die Quiche auch kalt genießen. Sie hält sich ohne weiteres einige Tage im Kühlschrank.

Bon apétit.

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Text & Fotos: Elisabeth
Rezept: Rachel Khoo (Paris in meiner Küche)
(c) verrückteweibchen

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